Golf & Natur
Nachhaltigkeit auf dem Golfplatz erleben
Qualitätsmanagement der besonderen Art
Der Golfpark Rittergut Birkhof ist Teil des historischen Rittergut Birkhof. Erstmal 1246 erwähnt, kann das Rittergut Birkhof auf eine lange Tradition zurückblicken. Hier wurde immer im Einklang mit und von der Natur gelebt. Daher bietet es sich an, diesen eingeschlagenen Weg beizubehalten und auch in Zukunft alles soweit Mögliche zu unternehmen, die Umwelt zu schützen und trotzdem einen attraktiven Standort zu gewährleisten.
Zertifiziertes Engagement
für Umwelt und Natur
Unsere Auszeichnung
2018 ist der Golfpark Rittergut Birkhof ist mit dem „Golf-und-Natur-Zertifikat“ in Silber ausgezeichnet worden. Damit bestätigen uns der DGV und die DQS (Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Management-Systemen), dass wir optimale Spielqualität, verantwortungsvollen Ressourcenschutz und zeitgemäßes Umweltmanagement in einem systematischen Konzept erfolgreich in Einklang bringen. Mit Silber geben wir uns jedoch noch nicht zufrieden. Als nächstes wollen wir den Status Gold erringen. Dafür engagieren wir uns als Golfpark. Aber wir brauchen auch das Engagement und die Mitwirkung der Mitglieder von Golfclub und Golfpark, der Naturschutzorganisationen im Umfeld und vieler freiwilliger Helfer, um diesen Zielen näherzukommen.
Projekte, die
Lebensräume schaffen
Naturnahe Maßnahmen im Überblick
Mit dem Programm „Golf & Natur“ setzt der Golfpark Rittergut Birkhof auf aktiven Naturschutz und nachhaltige Platzpflege. Gemeinsam mit Experten und Ehrenamtlichen entstehen Lebensräume für Tiere und Pflanzen – von Wildblumenwiesen bis zu Bienenzonen. Die folgenden Projekte zeigen, wie wir Natur erlebbar machen und dabei den Golfsport mit Umweltbewusstsein verbinden.
Unser Engagement

Golf & Natur – verantwortungsvoll spielen
Nur wenige Sportarten stehen in so enger Beziehung zur Natur wie der Golfsport.
Denn die Spielflächen sind unmittelbar in die Landschaft eingebunden, sind selbst weitestgehend
naturbelassene Landschaften mit vielfältiger Flora und Fauna. Sie müssen behutsam gehegt und gepflegt werden.
Unser Ansatz: Qualitätsmanagement „Golf & Natur“
Mit dem Qualitätsmanagement „Golf und Natur“ verbinden wir optimale Bedingungen für den Golfsport
mit dem größtmöglichen Schutz unserer Umwelt. Wir legen großen Wert darauf, die Faszination „Natur“
bewusst erleben zu können. Deshalb werden wir künftig regelmäßig über laufende Maßnahmen berichten
und direkt auf den Plätzen darauf hinweisen.
Beispiele aus dem Golfpark
- In Zusammenarbeit mit der Vogelschutzgruppe Kleinenbroich beobachten wir den Artenreichtum der Vögel.
- Auch den Fledermausarten widmen wir besonderen Schutz.
- Neue Schutzzonenbepflanzung an Tee 8 (Herrenabschlag) unseres 18-Loch Platzes Rittergut Birkhof.
- Eine Wildblumenwiese wird folgen.
- Bald können wir vielleicht eigenen Honig in Kooperation mit der Familie van den Bongard
(bienen-land.de) anbieten.
Was umfasst „Golf & Natur“?
Weiterreichend als der Name vermuten lässt, umfasst das Konzept viele Faktoren, die den Betrieb unseres Golfparks bestimmen:
- Sicherheitsfragen bei Einsatz und Wartung unserer Maschinen und Geräte
- Bewusster Umgang mit Wasser, Dünger, Saatgut und Pflanzenschutzmitteln
- Schonung natürlicher Ressourcen und Kostenbegrenzung
- Wiederbelebung und Erweiterung von Grünflächen, Biotopen, Weihern und Teichen
Unser Ziel
Nur ein knappes Siebtel der Golfanlagen in Deutschland besitzt ein Golf-und-Natur-Zertifikat.
Der Golfpark Rittergut Birkhof gehört dazu – und strebt einen Platz an der Spitze an.
Dieses Ziel verdanken wir dem Engagement vieler Beteiligter. Ihnen allen gebührt Dank!
Brunftzeit erleben
Brunftzeit des Damwildes
Es ist Herbst geworden. Mit den ersten kalten Oktobernächten beginnt die Paarungszeit des heimischen Damwildes.
Sie wird im jagdlichen Sprachgebrauch Brunftzeit genannt und dauert bis Anfang November.
Der Höhepunkt oder die Hochbrunft liegt in der zweiten Oktoberhälfte.
Die Brunftschreie der Damhirsche sind während dieser Zeit vorwiegend in den Morgen- und Abendstunden zu hören.
Waldspaziergänger haben in den nächsten Wochen gute Chancen, die eindrucksvollen Rufe der Damhirsche zu vernehmen.
Eine direkte Gefahr besteht nicht, man sollte aber trotzdem einen respektvollen Abstand einhalten.
Oft reagieren die Hirsche schon auf das Knacken eines Astes und kommen dann sofort schauen,
ob es ein Nebenbuhler ist. Außerhalb der Brunft würden die Tiere bei verdächtigen Geräuschen sofort die Flucht antreten.
Im Normalfall sind Hirsche nicht gefährlich in freier Wildbahn.
Während der Brunft – wenn sie mit Hormonen vollgepumpt sind – können sie sich jedoch etwas mutiger
und weniger schreckhaft zeigen. Auch dann setzt normalerweise der Fluchtreflex vor dem Menschen ein.
Trotzdem: Bitte halten Sie gebührenden Abstand!
Gänse auf dem Golfplatz

Vergrämungsmaßnahmen gegen Kanadagänse –
Interview mit Falknerin Anita Pistor
Wer auf dem Golfplatz unterwegs ist, ist mitten in der Natur. Jeder Golfer erfreut sich an einem gut gepflegten Platz
und ebenso an Flora und Fauna. Na ja, meistens jedenfalls. Denn ab und zu ärgert man sich doch über den ein oder anderen
tierischen Gast – besonders über die Kanadagans. Das Problem sind nicht die Gänse selbst, sondern ihre Hinterlassenschaften.
Es gibt jedoch Mittel und Wege, diese ungebetenen Gäste zu vertreiben. Darüber haben wir mit Falknerin
Anita Pistor gesprochen, die seit Mitte November auf dem Rittergut Birkhof Vergrämungsmaßnahmen durchführt.
„Vergrämen“ – was bedeutet das?
Anita Pistor: Unter Vergrämen versteht man das dauerhafte Vertreiben von Wildtieren.
Wichtig: Dabei werden die Tiere verscheucht, nicht getötet!

Und das Verscheuchen reicht aus?
Anita Pistor: Ja, die Gänse mögen es nicht, wenn sie gestört werden; dieses ewige Aufgescheuche ist nichts für sie.
Sie haben lieber ihre Ruhe. Und wenn sich die Gänse durch die Vergrämungsmaßnahmen gestresst fühlen, suchen sie das Weite.
Das Weite kann aber recht nah liegen; sie fliegen nicht 100 Kilometer weit weg. Hauptsache, sie finden irgendwo ein Gewässer –
das Wasser dient ihnen nämlich nachts als Schlafplatz; hier sind sie sicher vor Füchsen.
Wie werden die Gänse denn vergrämt?
Anita Pistor: Ich mache das natürlich nicht allein, wir sind ein Quartett. Im Einsatz sind Lilly und Silver,
zwei Harris Hawks (Bussarde). Die beiden scheuchen die Gänse auf – wir nutzen die natürliche Angst der Vögel vor ihren Fressfeinden;
in der Natur sind die Gänse schließlich Beute von Raubvögeln. Dritter im Bunde ist Jagdhund Wido (Braque Francais des Pyrénées).
Wenn sich die Gänse vor den Bussarden auf dem Wasser in Sicherheit bringen wollen, scheucht er sie wieder raus. Wenn wir das regelmäßig
machen, geben die Gänse irgendwann auf und suchen sich ein neues, ruhigeres Zuhause. Gänse sind schlau; deshalb komme ich an
unterschiedlichen Tagen zu unterschiedlichen Uhrzeiten – je nach Jahreszeit zwischen 6.00 und 21.30 Uhr. In der Regel sind wir
3–4 Stunden unterwegs. Die anstehenden Termine sind übrigens immer online unter „Aktuelles/Vergrämungsmaßnahmen“ einsehbar.

Und die Bussarde töten die Gänse nicht?
Anita Pistor: Nein, das Aufscheuchen reicht völlig. Lilly und Silver sind auf diese Aufgabe trainiert.
Die Vögel bleiben die ersten drei Monate bei ihren Eltern, dann werden sie zwei Monate an ihren Menschen gewöhnt.
Die Ausbildung beginnt im ersten Lebensjahr. Dabei werden die Vögel auf ein bestimmtes Beutetier, z. B. die Gans, geprägt.
Sie merken sich: Gänse machen mich satt – sie fressen die Gans zwar nicht, bekommen aber eine leckere Belohnung,
wenn sie auf meine Faust zurückkehren. Ich rufe sie übrigens mit einer Trillerpfeife zurück. Man muss nur aufpassen,
dass man den Vogel nicht satt füttert, sonst setzt er sich in einen Baum und hat keine Lust mehr – und dann sitzt er im Baum,
ich unterm Baum. Das ist doof.
Bekommt Wido auch eine Belohnung?
Anita Pistor: Na klar, aber erst nach der Arbeit, also ganz am Ende der Runde. Ich habe immer ein Leberwurstschnittchen
für ihn dabei. Wido ist jagdlich ausgebildet. Er muss sich abpfeifen lassen – also bei einem Pfiff sofort im vollen Lauf stoppen
und zurückkommen. Das ist gerade auf dem Golfplatz wichtig, denn hier gibt es auch Hasen und Enten. Der Hund muss wissen:
Hasen und Enten haben mich nicht zu interessieren. Ich habe nur einen Auftrag, und der lautet: Gänse jagen!

Woher stammt eigentlich Ihre Leidenschaft für die Falknerei?
Anita Pistor: Ich bin mit der Jagd aufgewachsen, mein Vater war passionierter Jäger und hat meine Schwester und mich
immer mitgenommen. Schließlich habe ich den Jagdschein gemacht und bin dann durch meine Schwester zur Falknerei gekommen.
Mittlerweile bin ich seit 10Â Jahren Falknerin. Und weil ich selbst leidenschaftliche Golferin bin, lag der Gedanke nahe,
mit den Bussarden für saubere Golfplätze zu sorgen.
Wie reagieren denn die Golfer auf Ihre Arbeit?
Anita Pistor: Sehr positiv. Die Menschen sind dafür, dass man gegen die Gänse vorgeht und finden es gut,
dass die Gänse nicht getötet werden müssen. Der Vorteil ist ja auch, dass ich im laufenden Golfbetrieb unterwegs sein kann,
durch meine Arbeit störe ich niemanden. Ich bin jetzt seit zirka drei Wochen unterwegs und die Erfolge können sich sehen lassen –
es sind deutlich weniger Gänse hier auf dem Golfplatz.

Froschdasein im Fokus
„Golf & Natur" Jetzt in silber
„Golf & Natur“ in Silber für den Golfpark Rittergut Birkhof
Der DGV hat den Golfpark Rittergut Birkhof mit der Auszeichnung „Golf & Natur“ in Silber ausgezeichnet.
Die Überreichung des Zertifikats hat am 14. April 2018 stattgefunden. Wir freuen uns sehr darüber, dass die Bemühungen
der letzten Jahre um eine umweltgerecht betriebene Golfanlage diese Anerkennung erfahren hat.
Ein solches Zertifikat ist nicht das Ergebnis der Bemühungen eines Einzelnen, sondern resultiert aus einer engagierten Teamarbeit.
Wir möchten an dieser Stelle allen Beteiligten hierfür danken, vor allem:
- Headgreenkeeper Karl-Josef Neuhausen als Projektleiter von „Golf & Natur“ mit seinem Team von Greenkeepern und Platzarbeitern
- unserem Platzausschuss (neben Karl-Josef Neuhausen Tim Becker (Präsident), Karl-Heinz Grasskamp, Wolfgang Esser und Natalie Remmel)
- Karsten Silberbach und Michael Booth, die das Teichprojekt vor Ort (Schwimminseln, Teichuferbepflanzung) voranbringen
- Ralf Küsters, ist Fachkraft für Arbeitssicherheit, auch FASI genannt. Gleichzeitig übernimmt er die Funktionen „Brandschutzbeauftragter“ sowie „Abfallbeauftragter“
- Iris und Johann van den Bongard, die das Honigprojekt mit zwei Bienenstockstandorten auf der Golfanlage begleiten
- Silke Auffermann, Ulrike Kimmeskamp, die für die Koordination und Präsentation des Gesamtprojektes verantwortlich sind.
Wir möchten uns schließlich auch bei Beate Licht bedanken, die als DGV-Auditor „Golf & Natur“
den Zertifizierungsprozess von Seiten des Golfverbands leitet und uns mit Rat und Tat zur Seite stand
sowie Anregungen bei der Projektauswahl beigesteuert hat.
Alle Details der einzelnen Maßnahmen finden Sie hier Projekte für „Golf & Natur“
finden Sie hier.
Dieser Erfolg ermutigt uns, nun die Gold-Zertifizierung anzustreben.
Fortsetzung folgt!
Das grosse Summen
Ein Interview mit Iris Van Den Bongard
Der ein oder andere wird sich wahrscheinlich schon gefragt haben, was neben dem Herrenabschlag an Loch 8 in letzter Zeit so durch die Luft fliegt – von den Bällen einmal abgesehen.
Die Antwort: Bienen! Wir haben mal nachgefragt und mit der Imkerin Iris van den Bongard gesprochen, die zusammen mit ihrem Vater Johann die Bienenstöcke aufgestellt hat.
Frau van den Bongard, welche Bienenart ist am Loch 8 eingezogen?
Iris van den Bongard: Die westliche Honigbiene Apis mellifera. Dabei handelt es sich um die sogenannte Buckfastbiene –
das ist keine Rasse im herkömmlichen Sinn, sondern eine Zuchtrasse, die erstmals von Bruder Adam im Buckfast-Kloster in England gezüchtet wurde.
Bruder Adam war übrigens ein benediktinischer Mönch, der durch die Zucht seiner Buckfastbiene zu einem der bekanntesten Imker der Neuzeit wurde.

Was ist das Besondere an dieser Bienenart?
Iris van den Bongard: Die von uns gezüchtete Buckfastbiene zeichnet sich durch eine gute Honigleistung, Schwarmträgheit und Sanftmut aus.
Besonders ihre brutnestferne Honiglagerung ist ideal für unsere Betriebsweise.
Wie viele Stöcke wurden von Ihnen aufgestellt und wie viele Bienen leben jetzt am Abschlag?
Iris van den Bongard: Wir haben insgesamt 15 Völker angesiedelt. Somit sind im Sommer ca. 750 000 Bienen unterwegs, im Winter ca. 300 000.
Was passiert mit den Bienen im Winter? Halten sie Winterschlaf?
Iris van den Bongard: Bienen halten keinen Winterschlaf. Bei Temperaturen unter 6 °C ziehen sie sich zu einer Traube zusammen,
da eine Kugel im Verhältnis zum Volumen die kleinste Oberfläche hat. Die äußere Schicht der Bienen kontrahiert die Brustmuskulatur, um Wärme zu erzeugen.
Im Traubenkern um die Königin herum liegt das Wärmezentrum bei 12–15 °C – unabhängig von der Außentemperatur.
Wenn die äußere Bienenschicht wieder Nahrung aufnehmen muss, wird die Temperatur kurzfristig auf ca. 30 Grad erhöht,
damit die Nahrungsaufnahme erleichtert wird.
Sind die Bienen ein „Handicap“? Stören sie den Spielbetrieb? Was passiert, wenn zum Beispiel ein Golfball die Beute trifft?
Iris van den Bongard: Nein, die Bienen sind kein Handicap und stören den Spielbetrieb nicht.
Sie sind in erster Linie auf der Suche nach Nektar und Pollen.
Wenn ein Golfball die Beute, also den Bienenstock trifft, ist dies nicht schlimm – es ist aber ein kleiner „Weckruf“.
Deshalb am besten den Golfball liegen lassen und abends nach Beendigung des Bienenfluges den Ball wieder einsammeln.
Und was geschieht, wenn die Biene sticht? Warum stechen sie überhaupt?
Iris van den Bongard: Bienen stechen, um ihr Volk oder sich selbst vor Gefahr zu verteidigen.
Ein Bienenstich selbst ist nicht gefährlich, er ist nur unangenehm – er verursacht meistens ein leichtes Brennen
sowie eine gerötete oder geschwollene Hautstelle.
Gefährlich wird’s nur bei einer Allergie – aber das ist selten, denn nur ca. 3 % der Menschen reagieren allergisch auf einen Bienenstich.
Beim Stich bleiben die Widerhaken des Bienenstachels in der Haut stecken. Die Biene fliegt weg und der komplette Stachelapparat reißt aus dem Abdomen heraus.
An dieser schweren Verletzung stirbt die Biene.

Weitere Informationen finden Sie unter
bienenland.de
Gemeinsam die Natur schützen
Eine Bitte an Sie als Golfer
Im Projekt „Teiche Golfanlage Rittergut Birkhof“ stecken mittlerweile etliche hundert Stunden ehrenamtliche Arbeit und es werden im kommenden Jahr sehr viele Stunden folgen. Daher möchte ich Sie im Namen der hier lebenden Tiere höflichst bitten: Erfreuen Sie sich an der Vielfalt der Natur an und in den Teichen, aber betreten Sie die Ufervegetationszonen nicht!
